ruhe

ich habe das radio ausgemacht. das leise schmatzen von scotty und ginger mit ihrer kaustange sollte jetzt mein einziges geraeusch sein. hier im esszimmer, in gaiberg. in diesem leben dreht sich die uhr schnell und schneller. man hetzt, man ist da, praesent, anwesend, lebt, inhaliert, bespasst, freut sich, weint und hyperventiliert – alles in einem atemzug. die jagd nach dem naechsten treibt den blutdruck an und rueckzug und stille sind die zeiten, die selbst ich mir im moment zu selten goenne. was sagt das aus?

meine letzten urlaubszeilen sind unvollstaendig, denn wir verlebten wirklich noch fantastische tage mit ken und valerie, gill, paul, ethel und reggie und natuerlich wieder auf tappington mit sue und andrew. grossbritannien taumelt seinen selbst gesetzten wahnwitzigen herausforderungen entgegen und fuer natascha und mich war mit der heimkehr ein grosses etappenziel erreicht. ich lasse diese insel, deren bewohner, eigenheiten, schoenheiten und grausamkeiten ich nun sehr gut kenne, ich lasse diese insel. es zieht mich nach anderswo, nach mehr. fernweh und abenteuerlust. palmen koennen bei anderen bleiben. wir werden sehn. doch da mein geliebter fc tatsaechlich das wunder vollbracht hat und nach 25 jahren wieder durch europa reisen darf – bitte, lasst sie nicht in der liga in den abstiegskampf geraten – kann das losglueck oder -pech unter umstaenden doch noch einmal von mir einen kurztrip nach dort verlangen. oder eben nach anderswo. in jedem fall werde ich mein jahrzehntealtes versprechen halten und nach europa fliegen. mit meinem fc.

an dieser stelle ein kurzer einwurf: danke, mannschaft. in dieser saison habt ihr euch den namen mannschaft verdient. ihr habt geackert und gekaempft und gegeben, was drin war im tank. ihr hattet unzaehlige verletzte und habt immer weiter gemacht. trotz nackenschlaegen und formtiefs – jeder war wichtig und hatte seine chance und so haben selbst von mir bereits abgestempelte fehleinkaeufe in der zweiten saisonhaelfte einen fantastischen leistungssprung gemacht. nicht zu vergessen hierbei: danke peter stoeger und danke joerg schmadtke. deren leistung von aussen zu beurteilen ist schwer, doch allein die ruhe und gelassenheit der beiden ist fuer den gemeinen fan dieses kunterbunten karnevalsvereins ein fels in der brandung. danke.

unser kleiner weinladen floriert und gedeiht. wir machen stabile umsaetze mit guten steigerungswerten, vor allem unter bereinigter lupe sieht das zwischenzeitlich ganz ordentlich aus. unser jahrgangsfest am 20. mai war bei kuehleren temperaturen ein voller erfolg, auch hier gilt: sauber gerechnet war das erfolgreicher als das sommerfest 2016, das zwei tage dauerte – relativ und absolut. unser sortiment ist wirklich gut und wird in der zweiten jahreshaelfte nochmals leichte korrekturen erhalten, allerdings nur marginal und vermutlich kaum wahrnehmbar fuer den endkunden.

in puncto sport koennte ich selbst mehr tun. ich spuere, wie gut mir die bewegung tut, kann mich aber nicht durchringen mit dem joggen wieder anzufangen. das liegt einerseits am faktor zeit. beide hunde fordern ihren tribut, der laden, tennis und – erstaunlich – der schichtdienst. dennoch muss ich wenigstens mehr tennis spielen. zum einen entwickle ich gerade wieder alte staerken und zum anderen bereitet es mir unglaublich viel freude wieder auf dem platz zu stehen. wir werden sehen, was diese saison noch so bringt. zumindest vereinsintern duerfte einiges vorangehen fuer mich.

womit wir wieder beim thema zeit angelangt waeren. sie fehlt immer. befinde ich mich im regulaeren tagesdienst, so habe das gefuehl, gar keine zeit mehr zu haben. alles fokussiert sich aufs wochenende, die freizeit findet zwischen 20.43 und 20.47 statt. nicht mein thema, nicht meine welt. dafuer haben wir – inklusive hunde und laden – schlichtweg zu viele baustellen. im schichtdienst fuehle ich mich grundsaetzlich zwar wohl und sehr viel wohler, merke jedoch auch, dass ich keine 25 mehr bin. auch hier hilft zwar das thema sport merklich etwas besserung zu verschaffen, doch sind die benoetigten ruhezeiten laenger und die erschoepfung intensiver. noch ist das selbst im vergleich zum tagesdienst kein schlagendes argument fuer mich, doch werde ich sehen, was in den kommenden jahren geschieht.

und was mache ich heute? zeit nehmen. entschleunigen. heute wird alles in meinem tempo geschehn. so war schon das ausschlafen, aufstehen, kaffee kochen und hinsetzen in meinem tempo. heute wird einer der tage, die zur erholung beitragen – hoffe ich. und ich werde mir wieder ein paar massagen goennen (muessen!). seit wochen schmerzen im ruecken und immer die gleichen muskelgruppen, die hin und wieder einfach dicht machen. mal schaun, vielleicht kuemmer ich mich darum auch morgen…