bretagne 2016 – teil 1

hier sitzen wir nun also, den strand in sichtweite, einfach aus der huette raus und durch das tor. ein glas rotwein, ein stueck baguette mit rillete und dazu die musse und ruhe, die es braucht, um ein paar zeilen zu schreiben ueber die ersten tage.

am freitagabend kamen wir nordoestlich von orleans an – in einem kleinen kaff, das mit eigenem namen noch nicht einmal auf googles karten zu finden ist. mitten im nirgendwo begruessten uns irene und ihr mann, anderntags auch der knapp 5 monate alte dobermann-ruede. ein herrlich ruhiges zimmer mit allem, was es braucht. auch hier rotwein-lieferung inklusive. wie selbstverstaendlich in frankreich. was red ich da eigentlich? die fahrt war bis dahin top, die nacht war ruhig und erholsam und das fruehstueck in dieser liebevoll erhaltenen alten bauernkueche fuer franzoesische verhaeltnisse ein echter bringer. schinken und kaese, diverse hausgemachte salami, gekochte eier, honig, joghurt, erdbeeren, saft, kaffe und tee. ich krieg nicht mehr alles zusammen, aber diese unterkunft ist ein kleiner geheimtipp als hideout, als kurz-auszeit, als wegstopp oder dergleichen. 50 gut angelegte euronen.

weiter gings richtung bretagne. absolut im zeitplan und tuckerten wir gen westen. die adresse zu finden war kein problem und maurice, der vermieter unserer meereshuette, wartete schon auf uns. meiner erwaehnung, dass mein franzoesisch eingerostet bis schlecht ist, haette es wohl nicht bedurft, denn maurice gab sich alle muehe, seine ausfuehrungen in moeglichst einfache franzoesische schlagworte zu kleiden. ein wirklich netter kauz, der uns auch gleich noch die fahrraeder richten und fuer uns fischen gehen wollte.

kaum eingerichtet der erste strandspaziergang und ab zu abendessen in ein lokales restaurant. in diesem kleinen verschlafenen kaff kann man im hafengebiet seine abende bei sonnenuntergang, fisch und wein verbringen. das menue im „les littorines“ ueberzeugte, v.a das „pesked ha farz“, eine bretonische fischspezialitaet. die fischsuppe sollte man hier auch geniessen. an diesem abend erstmals wurde uns ein sauvignon (cuvee aus s blanc und s gris) empfohlen und serviert. der war ok. es gab noch luft nach oben.

sonntags dann ausspannen. langer strandspaziergang, akklimatisierung auch fuer die hunde. fantastisches wetter, sonnenschein und leichte brise. dazu ein schluck rotwein. diesmal ein bordeaux, cabernet-merlot. ja, der ging gut runter. der reine merlot dagegen konnte dem nicht standhalten. da bei unserer ankunft keine weinhaendler mehr offen hatten, waren diese beiden aus dem supermarkt und bei 15 euronen angesiedelt. aber selbst der gault millau war zufrieden mit unserer wahl.

anderntags der obligatorische besuch beim weinhaendler. mein franzoesisch reicht fuers butter kaufen und die ein paar schilder lesen, beim weinhaendler war die herrlichkeit dann schnell vorbei, als es in die details zum wein ging. nunja, wie sage ichs? wir bekamen, was wir aeusserten. ob es das gewollte war, sei dahingestellt. auch hier investierten wir die gleichen summen und bekamen ordentliche franzoesische weine, die dennoch wie von rudis resterampe anmuteten. der haendler kauft offenbar seitenbestaende grosser weingueter auf und vermarktet diese. die weine sind typische franzosen, doch muss ich sagen, dass ich den zwar gerne trinke, aber mehr erwarten durfte. naja, wir haben ja noch etwas zeit.

heute dann der erste ausflug. ab nach pointe saint mathieu, eine kleine wanderung um den leuchtturm und die ehemalige abtei bei stuermischem, aber sonnigem und trockenen wetter. die hunde waren muede, wir noch unternehmungslustig, weshalb wir der haupt- und hafenstadt brest unsere aufwartung machten. brest ist wohl eine hafenstadt, aber ich kann mich nicht so recht bei ihr entscheiden. und ich glaube, brest kann das auch nicht so recht. zu sehen und zu spueren waren kulturelle angebote in huelle und fuelle, ein ausgeh- und freizeitprogramm mit tollen vierteln, bars und vor allem restaurants. aber eine schoenheit wird dieser fleck erde wohl nicht genannt werden. das essen im hafenviertel dagegen top. einer empfehlung unseres maurice folgend sind wir ins „maison de l’ocean“ gegangen und bekamen fangfrisch verschiedene menues zur auswahl, sehr gut zusammengestellt und preislich absolut top. in guter, nicht gehobener gastronomie mit klassischem franzoesischem service und ambiente speisten wir vorzueglich und haetten wohl selbst kaum einen besseren deal gefunden. vor allem aber wuerde man sich in dieses lokal im hafen rein optisch niemals verirren. nein, wirklich nicht. dafuer aber auch mein geheimtipp – ab heute. nur eines blieb auch hier wieder: die wein-empfehlung war wieder ein sauvignon, diesmal blanc. und seit heute weiss ich: das koennen wir in deutschland mittlerweile echt besser. ich gebe zu, die feld-, wald- und wiesen-weingueter bei uns kommen da im schnitt noch nicht mit, aber bei dem, was wir selbst bei gertalian im shop haben, koennen sich die bisher gezeigten franzosen hinten anstellen.