fruehling zu weihnachten

falls mich jemand nach meinen wuenschen zu weihnachten gefragt hatte, so hatte er gewiss nicht diese antwort erhalten – dennoch haben wir es bekommen. fruehling zu weihnachten. die ersten blumen treiben bereits wieder aus und es ist ein merkwuerdiges gefuehl bei 18 grad im dezember im pullover ins schwitzen zu kommen. die grundsatzfrage, ob es den klimawandel tatsaechlich gibt, werde ich hier sicher nicht stellen – die dies in frage stellenden herren (der afd z.b.) duerfen sich gerne bei pina colada auf ihre terrasse in der pfalz legen – mitten im januar. lieber waere mir aber, wenn wir diese sorte weiter weg jagen koennten.

weihnachten an sich ist schon wieder vorbei. die guten sachen in diesem jahr sind laenger aufgezaehlt als die schlechten, weswegen ich damit beginnen werde: ich habe zugenommen. 3 kilo machen mir minimum zu schaffen und das seit oktober. das zeigt sich wieder, was der schichtdienst tatsaechlich gemacht hat, denn subjektiv habe ich an der ernaehrung keine veraenderungen vorgenommen.
allgemein entwickelt sich unsere gesellschaft – nur leider in die rueckwaertige richtung. das vermaechtnis unserer eltern-generation ist eine derartige on-the-edge-welt, dass der grosse knall fuer unsere generation nicht mehr aufzuhalten scheint. das liegt aber leider vor allem daran, dass wir weniger als usnere eltern sind und die jungs & maedels auch immer noch waehlen duerfen. und so schreitet man weiter in die richtung einer welt der ewig gestrigen, die die eigenen suenden nicht erkennen (wollen) und bis ins grab hinein weiter am grab der folgegeneration schaufeln. es erscheint grotesk und skurril, doch leider ist es so. diese generation versteht ihre grundfehler nicht und mauert weiter. den zeitpunkt verpasst, das ruder zu uebergeben – der treppenwitz der geschichte wird noch im schreiben zum erstickten roecheln. an perversitaet kaum zu ueberbieten, wenn ihr mich fragt. und so bleiben einem beinahe nur noch radikale gedanken, die allem widersprechen, was einem selbst an grundsaetzen heilig scheint. doch die abgabe eines politischen wahlrechts im alter scheint eine gute loesung zu sein. den ratschlag dieser generation fuer kuenftige entscheidungen einzuholen erscheint so sinnvoll, wie einen 73jaehrigen ehemaligen hufschmied zu fragen, ob er kurz eine raumkapsel reparieren koenne. der mann wird es nicht koennen, geschweige denn verstehen. er wird die frage nicht verstehen, nicht das thema erfassen koennen und letzten endes nicht einmal sinnvollen rat erteilen koennen, wen man denn zur loesung des problems konsultieren solle. die selbst erschaffenen probleme dieser generation werden noch nicht einmal als solche wahrgenommen. wie sollen denn dann bitte von dieser generation loesungen kommen? und schlimmer noch: im besten alter zur veraenderung stehen junge menschen heute resignierend vor einer ueberalterten welt, die statt mitzudenken nach hinten schaut und sich an den anfang zurueckwuenscht, dorthin wo man anfing, das grab der anderen zu schaufeln. nicht aber, um etwas zu aendern – nein, um es noch einmal genau so zu tun. und diese ueberalterte mehrheit blockiert heute (alles!). die bewahrer und rueckwaertsgewandten, die gestrigen und konservativen. wertelos in die wertlosigkeit gestuerzt – die verprasste generation. eine erklaerung hierzu erscheint einem so muessig, wie einem blinden von den farben zu erzaehlen.

kommen wir zum positiven in diesem jahr. der schichtdienst hat mich los – oder umgekehrt. natascha wird ihn auch los zum april. perfekt. ginger hat ihr jahr mit allen tiefen toll ueberstanden und erscheint heuer fitter als zu beginn des jahres. scotty hat sich als ganz toller familienhund eingelebt und ist nicht mehr wegzudenken. unseren katzen geht es ebenfalls toll und unsere kleine firma waechst und gedeiht. insgesamt kann ich zwar von einem schwierigen jahr sprechen, aber wenn gesundheitlich alles in ordnung bleiben sollte, dann sind unsere kurzfristigen aussichten fuer 2016 wirklich nicht so schlecht. zwei urlaube sind geplant, der dritte fuer 2017 schon in der tuer. was koennen wir noch tun? weitermachen, vorangehen, energie behalten und dinge im kleinen aendern und anschieben. viele kleine dinge ergeben auch ein grosses.