update für mai 14

der mai neigt sich bereits wieder dem ende entgegen. gerade kam ich aus meinem kurzurlaub bei sue & andrew zurueck, da musste ich auch schon wieder zum arzt. der verdacht auf bandscheibenvorfall bestaetigte sich heute zum glueck nicht – dafuer sieht meine unterste scheibe aus wie die eines 60jaehrigen. auch nicht schlecht. zumindest erklaert das, woher die schmerzen kommen. im halswirbelbereich hab ich mir eine stauchung ersten grades zugezogen. kein wunder, bei dem knall, den ich im treppenhaus von tappington hingelegt hab – allein, dass der tuerholm noch steht scheint der geschichte geschuldet.

ansonsten hatten wir einen fantastischen kurztrip mit tollem wetter, sogar sonnenbrand war geboten. ulf, ich und ginger hatten tolle tage in england, super essen, viel bewegung und ein paar echt gute eindruecke gewonnen. canterbury wird sich eignen fuer unsere kleinen planspiele.

die wanderung nach elham valley gleich montags brachte die ersten aufschluesse. im kings arms liessen wir die gedanken schweifen und kehrten ueber snode hill nach tappington zurueck. abends im jackdaw wurde dann fuerstlich gespeist und natuerlich auch ein klein wenig was getrunken. zu guter letzt kam noch alyn vorbei und wir halfen ihm bei seinen nachforschungen bezueglich der einschreitschwellen von polizeibeamten bei psychisch kranken – seine doktorarbeit.

dienstags war canterbury selbst angesetzt. abgesehen von den eindruecken, die wir uns ueber eine gewisse marktlage verschaffen wollten, war selbstverstaendlich das goods shed anlaufpunkt nummer eins. das essen in rafaels restaurant sollte nur als zwischenmahlzeit dienen, denn abends kochte schliesslich andrew fuer uns. wieder mal gab es wildkraeuter, hopfen und nesseln, dazu schnitzelchen in thymiankruste vom selbst geschlachteten schwein – drei tage zuvor. was wollten wir mehr…?

mittwochs dann unser auftritt: wanderung ueber tappington und einkaufen im goods shed – danach vorbereitungen fuer ein 6-gang fuer 12 personen. eine echte herausforderung fuer uns in andrews kueche und ohne unsere grundzutaten. nach den bruschetten sollte es etwas gegrilltes und mariniertes gemuese geben, danach garnelen in knoblauch-oel und im anschluss hausgemachte ravioli mit spinat und ricotta. im hauptgang gab es lammkotelettes mit gehacktem pesto, dazu gnocchi in salbei-butter und glacierte tomate. als dessert eine „leichte“ limetten-mascarpone-creme – das wars fuer den abend. die schwierigkeit lag tatsaechlich darin, den passenden wein zu finden in canterbury. denn selbst beim groessten haendler wird fuer 10 pfund fast nur essig verkauft, wirklich gute ware ist kaum zu finden. mit dem ausgesuchten primitivo hatten wir rechtes glueck, denn probieren konnten wir nicht. wir sind nur nach traube und reifegrad gegangen – das war dann ein volltreffer.

donnerstags strahlte die sonne ueber alle massen, was uns zu den white cliffs nach dover brachte. himmelblau und bluetenweiss war eine tolle mischung fuer den 2,5h-spaziergang auf sattem gruen. ginger war an diesem tag nicht ganz so gut gelaunt und uns setzte die sonne kraeftig zu – das sollte sich aber erst freitags zeigen. denn nachmittags genossen wir nochmals die sonne in tappingtons garten, bevor wir abends ins coastguard nach st. margarete’s bay fuhren. der laden lebt wohl von seinem ruf, denn wirklich gekocht wird hier nicht. da nimmt man den schoensten und frischsten fisch, den man finden kann und behandelt jede sorte gleich? vor den oeffnungszeiten wird hier gekaufter pfluecksalat gewaschen und portioniert, dazu neue kartoffeln gekocht. am abend laufen viele flammen auf gleicher hitze, denn jeder fisch und jedes fleisch erhaelt die gleiche behandlung fisch wird mehliert und bis zum perfekten garpunkt in butter gebraten. fertig. fleisch wird bis zum perfekten garpunkt in butter gebraten. fertig. pfeffer, salz oder kraeuter sucht man vergebens, von saucen keine spur. fisch oder fleisch werden dann neben den warm gehaltenen kartoffeln angerichtet, dazu gibts den pfluecksalat mit dressing. sowas gabs 1985 und nennt sich heute systemgastronomie mit (teilweise) frischen artikeln. das wars geld nicht wert und den weiteren besuch auch nicht.

freitags gings mir nicht gut – die sonne vom vortag war schuld. vergessen wir den tag und die eintraege, nicht mal das abendessen im duke konnte ich wirklich geniessen. es war schade ums menue, aber nicht zu aendern. die einkaeufe samstags wurden dann in fast alter frische abgehalten, um 1600h ging die faehre zurueck, ankunft nach mitternacht ortszeit – schlafen.

schlafen – meine hauptbeschaeftigung der letzten tage. die naechsten tage noch schmerztabletten schlucken und weiter schlafen – dann melde ich mich wieder. schliesslich gibt es tatsaechlich noch neuigkeiten von ausserhalb meiner kleinen welt. nur zum anriss: am sonntag ist europawahl und ich moechte noch ein weiterfuehrendes studium machen – mal sehen, ob sie mich nehmen.