weihnachten 2013 in england – die ankunft

turkey for christmas
turkey for christmas

sich gleich am ersten tag es jahres 2014 zu melden entspricht sicher nicht meiner ueblichen handlungsweise. das liegt aber daran, dass ich diesen tag zum ersten mal seit jahren nicht am stoffwechseln bin – es geht mir schlichtweg gut, wenn ich von leichten halsschmerzen absehe. wie kommts? eine lange, kurzweilige geschichte… 

unser plan war einfach: wir setzen am 23.12. um 16 uhr von duenkirchen nach dover ueber. wir hatten also gut geschlafen und morgens um halb 8 waren die strassen leer. der plan ging auf und wir hatten zeit. in gemaechlichem tempo erreichten wir gegen 13.30 uhr den hafen von duenkirchern und man liess uns sogar noch auf die faehre um 14.00 uhr. wir waren ja so ahnungslos.

unser 1.klasse-ticket berechtigte uns zur lounge, dem wunderbar stillen bereich des schiffs mit freien getraenken und „eigenem“ fernseher. doch, welch ueberraschung, es liefen die ganze zeit etwa ein dutzend weihnachtslieder als musikvideos in endlosschleife. wirklich nervtoetend, da natuerlich auch „last christmas“ mit dabei sein musste. aber auch mariah carey kann ich seitdem nicht mehr hoeren/sehen. dover port lag vor uns und der kapitaen informierte uns erstmals, dass wir noch etwas warten muessten. zwar wurde es langsam immer stuermischer, doch gab es einen stau – und wir waren noch nicht an der reihe. er gab die wartezeit von etwa 2 stunden an, was fuer uns hiess: naja, dann kommen wir immer noch „puenktlich“ an. allerdings wurden aus 2 stunden schnell 3 stunden und es wurde dunkler – und stuermischer. als unser schiff an der reihe war war es 19 uhr … und dunkel … und stuermisch … und dunkel. noch immer mariah carey und george michael im wechsel, noch immer keine nachrichten. und … der anlauf zur einfahrt in den hafen wurde abgebrochen. kurze zeit spaeter informierte uns der kapitaen ueber das wahre ausmass der tragoedie. der zweitschlimmste sturm dieses jahrhunderts war heraufgezogen von kanada her. seinen hoehepunkt erreichte dieser nicht etwa um 19 uhr (wie vorhergesagt), vielmehr wurde die „peak“ nun gegen 03.00 uhr nachts erwartet. das war es, das war die erklaerung fuer die musikvideos, das war die erklaerung dafuer, dass keine nachrichten liefen.

nachts auf der faehre

ich mach es kurz: ein sturmlauf der entruestung auf den information desk, es brachte nichts. die hundebesitzer durften zu ihren hunden (dreimal in dieser nacht), um sie auf dem parkdeck auslaufen zu lassen. habt ihr mal versucht, einen rottweiler auf einem parkdeck einer faehre gassi zu fuehren, waehrend das ein dutzend anderer hunde ebenfalls versuchen? ein echter spass, der sich noch zweimal in dieser nacht wiederholen sollte. um 20.00 uhr wurde das restaurant wieder geoeffnet, um die leute nicht verhungern zu lassen. kurz darauf teilte man uns mit, dass wir aufs offene meer segeln, um sicher unsere runden drehen zu koennen. einen neuen anlauf wollte man nicht vor ende des sturms und nicht mehr bei dunkelheit wagen. das zuvor gereichte essen hoerte man dann von den toiletten wiederschallen – die fahrt war stuermisch. irgendwann wurde es stiller … und laenger. eine nicht enden wollende nacht, zu muede zum wachbleiben und zu wach zum schlafen. es wurde 06.00 uhr und nichts geschah. um 07.00 uhr oeffnete das restaurant erneut zum fruehstueck und fast zeitgleich nahmen wir fahrt auf gen englische kueste. und jetzt ging alles schnell: anfahrt auf dover in rekordzeit, keine wartezeit, morgengrauen, einfahrt, andocken, fertig. das alles dauerte gerade einmal 45 minuten. es war noch immer stuermisch, aber diesmal konnte der kapitaen auf sicht navigieren – ein umstand, der die einfahrt am abend zuvor verhindert hatte. runter von der faehre und ankunft in tappington hall, wo man sich bereits ernsthafte sorgen (um ginger!) gemacht hatte. 19 stunden auf der faehre und unsere textnachrichten waren nicht angekommen. bis 02.00 uhr nachts hatten sue und andrew gewartet und waren nun genauso erleichtert wie wir. unser bett war bezogen, feuerholz bereit gelegt und zeit zu schlafen. der tag war sowieso gelaufen, dann konnten wir ihn auch gleich mit dem bett „beginnen“.