christmas eve – christmas day – boxing day

fuer uns war ente vorbereitet gewesen am abend zuvor. daraus war ja leider nichts geworden. die reste des mahls sollten wir dann am christmas eve erhalten, zuvor allerdings durfte natascha sich mit henry anfreunden. nachdem im „sad summer“ erst (die halbjaehrige collie-huendin) tessa gestorben war, hatte sue auch noch eines ihrer pferde verloren. ihr „ersatz“ hiess henry und durfte von natascha nachmittags ausgeritten werden. am abend stand noch ein kleiner besuch bei landlord george und dessen schwester fran(ziska) auf dem programm. beide sind im herbst ihres lebens und hoeren nicht mehr besonders, reden dafuer aber umso mehr. george nutzte die gelegenheit und liess sue ein paar schecks unterschreiben – weihnachten hin oder her, immerhin sieht man sich zu selten. in der von den beiden (und ihren dienern) bewohnten 16-zimmer-villa vor den toren dentons zog es ein wenig, dafuer wurde einem warm beim anblick des 4,50m hohen christmas tree; selbstredend auch aus den schlaegen andrews. nebenbei: andrew schlug in diesem winter ca. 5.000 baeume und verkaufte sie zu einem durchschnittspreis von 40,-bp/stueck. bei unserer ankunft hatte er ein „kleines bargeldproblem“ und fragte uns, ob wir eine gute geldwaescherei kennen wuerden – in grossbritannien wird jede bareinzahlung ueber 1000,-bp mit einer gebuehr belegt, so dass man damit nur die bank reich machte…

statt ins bett ging es abends noch ins jackdaw, wo wir allesamt mit allyn und jackie verabredet waren. der pensionierte polizist erzaehlte uns von seinem grossen ruhestandshobby „kino“ und lud uns gleich zu einer privatvorstellung in sein privatkino ein. dazu aber spaeter mehr. die muedigkeit schlug zu und schaffte uns ins bett, gerade rechtzeitig zum christmas day.

der begann spaet fuer uns. leider waren die ersten gaeste morgens bereits gegangen, so dass wir das traditionelle lachs-und-champagner-fruehstueck verpassten. zum mittagessen waren wir zu neunt: joss und callum (die beiden soehne), dazu andrews eltern (beide ueber 90), wir zwei und sue und andrew natuerlich. als weiterer gast kam eine von sues freundinnen, deren namen mir jetzt ehrlich gesagt entfallen ist. halb so wild. ganz traditionell gab es turkey, all the trimmings, jede menge davon und auch noch christmas cake und pudding zum dessert. ganz ehrlich: ein wahnsinns-essen und kaum zu ueberbieten als erlebnis. in tappington halls kueche ein von andrew zubereitetes opulentes menue zu geniessen ist immer jede minute lebenszeit wert. danke dafuer! der tag klang spaet nachmittags aus und uns uebermannte einmal mehr die muedigkeit. selbst als abends noch bruce und debbie vorbeikamen waren wir nicht mehr wach zu kriegen – das jahr und die anreise hatten ihre spuren hinterlassen.

entsprechend munter startete aber der boxing day fuer uns. der geplante dog walk in wootton stand an und so trafen sich dort oben am war memorial 30 gutgelaunte gassigaenger samt hunden zu stollen und gluehwein. danach gings los, strassen, feldwege, querfeldein – allein, weshalb die hunde an der leine bleiben sollten, war uns ein raetsel. bruce verlaengerte deshalb kurzerhand den spaziergang uns zu liebe und wir konnten ginger losmachen – bei herrlich blauem himmel und 6 grad ueber kents wiesen zu spazieren war allein die reise wert.

im anschluss ging es zu bruce und debbie nach hause. und was fuer ein zuhause. das letzte haus woottons, noch nach der kirche, ein altbau renoviert. dazu ein neubau mit allen schikanen im landhausstil. perfekt umgesetzt und mit fussbodenheizung ausgestattet war das der traum eines jeden rosamunde-pilcher-fans. der sogenannte fingerfood in form von nibbles und pickles war weit mehr als das. wir wurden erschlagen und gemaestet mit wuerstchen und garnelen, mit mini-pie und paté, mit kaese und gebaeck. dazu kam der ganze ort dorthin, alle waren da. selbst der ehemalige chefkoch der londoner kochschule gab sich die ehre – keine frage, wir liessen es uns gutgehn. ein glas gluehwein um das andere wurde gezogen, der champagner eher nicht. wir lernten auch robert kennen, den 18jaehrigen oxford-studenten, der laut joss bereits mit 8 jahren wie ein 60jaehriger wirkte. auf die frage, welchen sport er in oxford ausuebe, antwortete ganz stolz, dass er mittlerweile schon in der 1.mannschaft des schachteams gelandet sei, obwohl er erst seit 3 monaten dort studiere. ihr versteht, was joss meinte, oder?

wir zogen bald von dannen. natascha und sue kuemmerten sich um die pferde und ich machte mich an die vorbereitungen fuers abendessen. immerhin hatten wir uns etwas besonderes ueberlegt und extra frisches sauerkraut mit nach denton gebracht. zum abendessen bereiteten natascha und ich in stundenlanger handarbeit frische und selbstgemachte schupfnudeln, selbstgemachtes sauerkraut und dazu gabs andrews wuerstchen aus dem ofen. einfach herrlich und selbst der zuvor stark abgeneigte callum schoepfte sich ein weiteres portioenchen sauerkraut nach – offenbar ein erfolg, denn callum gilt als sonderling, fuer den diese art der positiven bekundung bereits als kompliment und gefuehlsausbruch gewertet werden sollte. wir fuehlten uns geehrt. andrew, sue, joss, natascha und ich genossen den wein und sassen noch recht lange an diesem abend – ein wirklich schoener ausklang der weihnachtsfeiertage. am andern morgen wartete die m25 auf uns.