hitze oder meine 5 minuten in der eisdiele

die temperaturen an die 40 grad toeten mich. jeden sommer das gleiche. so wird der vorteil einer mitteleuropaeischen geburt fuer mich zum qualvollen nachteil. menschsein ist definitiv etwas anderes. kontinentales klima ist nicht das, wofuer mein koerper mal irgendwann konzipiert wurde, denke ich. und so kam es dann heute zu diesem etwas anderen erlebnis, von dem ich kurz berichten moechte.

erstaunlich ist, dass mich diese temperaturen zu zwei dingen zwingen: im dunkeln sitzen so lange es irgendwie geht und bei ausgang freiwillig eine eisdiele besuchen. beide dinge sehen mir gaenzlich unaehnlich. heute wurden diese beiden verhaltensweisen kombiniert. der schauplatz ist eine kleine eisdiele mitten im badischen nirgendwo. ein kleiner tresen mit etwa 18 sorten, ein besitzer und die gerade anzulernende aushilfe begruessen mich. so weit, so gut. die beiden sind nicht das problem. mein problem sollte das paerchen werden, das etwa 5 sekunden vor mir die eisdiele betreten hatte.

die beiden sprachen deutsch mit saechsischem akzent und hatten ganz offensichtlich noch niemals zuvor in einer eisdiele gestanden. die voellige ueberforderung gepaart mit einer gehoerigen portion dummheit. anfangs wurden saemtliche angebotenen eisbecher mit dem besitzer durchgesprochen und auf inhalt ueberprueft. im gespraech wurde klar, dass kein alkohol am und im eis erwuenscht war. im anschluss wurden alle (alle!) eissorten abgefragt. die deutlich gescchriebenen schildchen wurden also abgelesen und mit einem intonierten fragezeichen versehen. offenbar hatte man lust auf fruchteis, doch dem schloss sich die frage an, wie das eis denn zubereitet sei. denn – und das ist die reine wahrheit – eis aus wasser vertrug die gute dame nicht. nur eis aus vollmilch, bitte keine halbfette, das geht auch schief. ueberhaupt war sie der kommunikative teil der beiden und bestellte sich letztendlich dann doch noch einen amarenabecher, aber bitte ohne eis aus wasser. dann kam der herr ins spiel, der sich zuvor nur mit seiner begleitung unterhalten hatte. doch statt einfach mit dem eisverkaeufer zu reden tippte der gute mann nur kurz immer die glasscheibe der kuehltruhe an und nickte der gewuenschten eissorte zu. unschwer zu erwaehnen, dass sich die faktische zusammenstellung seines bechers mit 7 (7!) kugeln sehr in die laenge zog. denn auch er hatte noch etwas auf lager, doch das verriet er nur seiner frau. diese teilte dann mit, dass er bitte kein rotes erdbeereis in den becher packen solle. jede andere farbe sei dagegen ok, aber von rot bekaeme er ausschlag. das war der moment in dem ich nach der kamera suchte. ich fand sie nicht und kam mir dennoch reichlich daneben vor als ich letztendlich dem kurz vorm nervenzusammenbruch stehenden italiener meine 4 kugeln in den becher diktierte. ganz ehrlich: eisverkaeufer habens auch nicht leicht. und was meint ihr? hitze, sachsen oder eis schuld?