abschied aus liga 1 – die fuenfte?

zugegeben: bis maerz rechnete ich nicht im geringsten damit, dass sich mein fc in diesem jahr wieder mit dem thema abstieg beschaeftigen muss. ich rechnete nicht damit, weil in dieser liga wesentlich talentfreiere teams agieren und weil zu beginn der saison die aufbruchstimmung mit dem wunschtrainer gross war. auch war die abdankung overaths ueberfaellig. und ich war sogar noch der ueberzeugung, dass die trennung von finke zum damaligen zeitpunkt richtig war, obwohl immer unueberhoerbarere toene vom alten oberlehrer nach aussen drangen, die solbakken teils deutlich kritisierten. nein, ich war in der pro-solbakken-fraktion gefangen und landete hart. solbakken ist ein super typ und er hat bestimmt viel gelernt in diesem knappen jahr. er hat wohl gelernt, dass man bundesligamannschaften nicht an der ganz langen leine halten kann, dass drei trainingseinheiten pro tag besser sind als zwei und vor allem, dass man in kritischen situationen auch gerne mal trainingsfrei oder zu-hause-schlafen streichen darf als trainer.

ein freund schrieb mir, dass sein bruder sich mit anderen anhaengern nach dem freiburg-desaster unterhalten habe. hierbei sei der satz gefallen: „meine alkoholmannschaft hat ein fussballproblem“. treffend. danke. und da ich von schrecklichen ereignissen an letzten spieltagen schockzustaende in erinnerungen wiederfinde, gehe ich davon aus, dass am kommenden samstag um 1715h der fuenfte abstieg meines fc feststehen wird. nach all den jahren frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir das noch antue. ich moechte, dass der verein sein potential endlich ausschoepft. ich wuensche es ihm. und da das system mit mir offenbar nicht zu funktionieren scheint, wird es wohl naechste saison ohne mich besser funktionieren muessen. denn eines werde ich mir gewiss nicht antun: ein ligaspiel, das ich von zu hause aus zu fuss besuchen kann – in sandhausen. treppenwitzig waere noch, wenn das nicht nur dank eigener unfaehigkeit mit einer niederlage gegen den fc bayern geschieht, sondern gleichzeitig durch die wettbewerbsverzerrende soeldnertruppe von hopps gnaden realisiert wird. so kann man einem auch heimzahlen, dass man aus unterschiedlichen welten stammt.

Eine Antwort auf „abschied aus liga 1 – die fuenfte?“

  1. …und genau so ist es dann auch gekommen. Dank des hausgemachten Chaos ist der Abstieg der Kölner mehr als verdient. Es ist obendrein auch sehr wahrscheinlich, das es auch noch weiter hinab geht, berücksichtigt man die amateurhafte Performance der Vereinsführung. Abgesehen davon braucht kein Mensch Fans, welche durch gewalttätige Ãœbergriffe und Rauchbomben mehr Schlagzeilen fabrizieren, als ihre tolle Mannschaft durch sportliche Leistungen. Was das „Söldnertum“ der Hoffenheimer angeht, sollte man lieber schauen ob die wahren Söldner nicht Kölner Spieler sind, die durch ihre laxe Berufseinstellung den Verein in die zweite Liga geführt haben. Sind wir mal gespannt, welche Spieler nun den FC verlassen. Auch das ist ein Gradmesser für Charakterstärke.
    Tschö, FC Kölle

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