tappington hall, 0630h, 12 grad celsius, nebel

wir entschieden uns wie immer: progressiv und einstimmig. statt anderntags im berufsverkehr durchs umso mehr geliebte belgien zu tuckern ging unsere nacht zugunsten einer freien autobahn drauf. das war die nacht wert: keine belgier auf den strassen. allerdings haetten wir beinahe auch diesmal die rechnung ohne die netten franzosen der faehrgesellschaften gemacht. was macht man eigentlich den ganzen tag in so einer glasbox? „tappington hall, 0630h, 12 grad celsius, nebel“ weiterlesen

nachwehen

am letzten spieltag ergaunerte sich die hertha – sowieso nicht unbedingt einer der sympathietraeger im profifussball – die chance auf die relegation. beguenstigt durch den leistungsverzicht des kraichgauer hobbyclubs und durch exemplarische unappetitlichkeiten des profifussballs.

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sonnenbrand im mai

durchwachsene tage. mein fc geht in liga zwei, verpflichtet stanislawski als trainer und versucht, sich oeffentlich in demut zu ueben und den neuanfang zu propagieren. die bayern machen in einem spiel samt elfmeterschiessen genau das, was ich vom fc waehrend waehrend eines grossteils der saison gesehen hatte und rummenigge umschreibt das mit den worten: „bitter, brutal und ueberfluessig!“ der unterschied liegt im bejammerten niveau und der eingenommenen summe. waehrend der fc bayern sogar noch geld bekamt wird uns geld abgezogen. jammern? nein. sonnenbrand hab ich, da am gestrigen tag die sonne etwas haerter als erwartet zuschlug, vor allem in kuerzerer zeit. uns plagt die sehnsucht nach weite und urlaub, nach einer anderen welt, als die der enge und zersiedeltheit unseres landes. die komplexitaet und perfiditaet unserer welt zwingen zum rueckzug, zum davonlaufen beinahe. doch dazu spaeter mehr…vielleicht morgen.

eher enttaeuschend

waren die rueckmeldungen von euch bezueglich meiner frage von letzter oder vorletzter woche. es gab genau eine – das wars. laesst mich auch das etwas wissen? gibt es interpretationsspielraum? die frage, ob zeitgemaess oder nicht wird offensichtlich zeitgemaess beantwortet. dafuer: keinen dank.

zu verkraften

5 tage im schwarzwald sind eine lange zeit, das wochenende wird kurz und zum glueck wartet eine ebenso kurze woche auf mich. man schlaegt sich durch. stetes bemuehen um disziplin, um haltungsfindung und einstellung, kantine nur im notfall, eigenauftraege ueber den vorsatz hinaus bringen und unterschwellig im geiste doch immer zuhause. den selbstdiszplinierenden sport verkraftet man, nur nicht den in der sonne des nachmittags. es gibt tee und kaffee, ein zimmer mit aussicht, frische luft und keine armeebetten. und dennoch ist die lage hier substanzlos, ein uebergang, nichts wirkliches. alles erscheint surreal, fuer junge menschen ein feriencamp mit wissenschaftlichem anspruch, fuer etwas aeltere ein exil. morgen ist freitag, so halte ich mich seit montag. leben kenne ich, doch hier ist es nicht.

was zaehlt noch?

informationen jeden tag, allerorten. ich gebe zu: ich sammle – gern (geschehn!). auffallend ist jedoch, dass jedes thema, das man naeher beleuchtet, im schatten die dunkle seite der menschheit traegt. ich moechte jetzt und hier keine philosophische debatte ausloesen, doch vielleicht darf ich hin und wieder einen anstoss geben (ohne, dass allzu viele daran anstoss nehmen) und mich mit tatsachen auseinandersetzen, die in meinem leben bereits seit langer zeit zu einem umdenken gefuehrt haben. nicht nur bewusster leben und keinesfalls hedonistischer, sondern umsichtiger und achtender. ich hoffe nicht, doch befuerchte ernsthaft, dass man in einigen tausend jahren mit stirnrunzeln, kopfschuetteln, unverstaendnis und fluchend auf unsere epoche zurueckschauen wird – sofern wir etwas uebrig gelassen haben, das einem bewohnbaren planeten aehnelt. „was zaehlt noch?“ weiterlesen

im 7. jahr

seit 2005 betreibe ich nun diesen blog, auch wenn dieses archiv hier nicht ganz so weit zurueckreicht (das liegt schlicht an der von mir vermasselten datenmigration…). seit rund zwei jahren halte ich meine leserzahlen konstant bei 10-12-tausend pro monat (unique user) und doch frage ich mich: weshalb lest ihr eigentlich mein geschreibsel. letzthin fuehrte ich eine kleine konversation zu diesem thema mit einem freund, was mir diese zahlen einmal mehr bewusst machte. lasst mich klarstellen: ich denke nicht darueber nach, das ganze hier zu kommerzialisieren, sondern frage mich aktuell, ob dies noch die geeignete quelle fuer informationen bzw. mitteilungsform ist? in zeiten des web 3.0, der handy-appisierung und der millionenfachen facebook-vernetzung (wo ihr mich nicht finden werdet!) erscheint mir mein kleiner blog beinahe anachronistisch. ich leide auch nicht an schreibfaulheit; die groesseren intervalle erklaeren sich allein aus zeitmangel und verschiebbaren themengebieten. nichtsdestotrotz bleiben fragen: weitermachen vs. aufhoeren? form behalten oder aendern? interaktiver werden und/oder ueber andere plattformen arbeiten? was denkt ihr?

abschied aus liga 1 – die fuenfte?

zugegeben: bis maerz rechnete ich nicht im geringsten damit, dass sich mein fc in diesem jahr wieder mit dem thema abstieg beschaeftigen muss. ich rechnete nicht damit, weil in dieser liga wesentlich talentfreiere teams agieren und weil zu beginn der saison die aufbruchstimmung mit dem wunschtrainer gross war. auch war die abdankung overaths ueberfaellig. und ich war sogar noch der ueberzeugung, dass die trennung von finke zum damaligen zeitpunkt richtig war, obwohl immer unueberhoerbarere toene vom alten oberlehrer nach aussen drangen, die solbakken teils deutlich kritisierten. nein, ich war in der pro-solbakken-fraktion gefangen und landete hart. solbakken ist ein super typ und er hat bestimmt viel gelernt in diesem knappen jahr. er hat wohl gelernt, dass man bundesligamannschaften nicht an der ganz langen leine halten kann, dass drei trainingseinheiten pro tag besser sind als zwei und vor allem, dass man in kritischen situationen auch gerne mal trainingsfrei oder zu-hause-schlafen streichen darf als trainer.

ein freund schrieb mir, dass sein bruder sich mit anderen anhaengern nach dem freiburg-desaster unterhalten habe. hierbei sei der satz gefallen: „meine alkoholmannschaft hat ein fussballproblem“. treffend. danke. und da ich von schrecklichen ereignissen an letzten spieltagen schockzustaende in erinnerungen wiederfinde, gehe ich davon aus, dass am kommenden samstag um 1715h der fuenfte abstieg meines fc feststehen wird. nach all den jahren frage ich mich ernsthaft, weshalb ich mir das noch antue. ich moechte, dass der verein sein potential endlich ausschoepft. ich wuensche es ihm. und da das system mit mir offenbar nicht zu funktionieren scheint, wird es wohl naechste saison ohne mich besser funktionieren muessen. denn eines werde ich mir gewiss nicht antun: ein ligaspiel, das ich von zu hause aus zu fuss besuchen kann – in sandhausen. treppenwitzig waere noch, wenn das nicht nur dank eigener unfaehigkeit mit einer niederlage gegen den fc bayern geschieht, sondern gleichzeitig durch die wettbewerbsverzerrende soeldnertruppe von hopps gnaden realisiert wird. so kann man einem auch heimzahlen, dass man aus unterschiedlichen welten stammt.