der unterschied

es ist dienst morgen, kurz vor 7. ich sitze in schwenningen am schreibtisch. hinter dem bildschirm meines laptops erhebt sich am oestlichen himmel die sonne. nein, sie deutet es an, kaempft sich schwer atmend durch die dichte wolkenlandschaft, die hier regelmaessig den groessten teil des firmamentes verhaengt. der winkel meines fenster wird zur haelfte durch einen sportplatz ausgefuellt, auf dem gerade ein einsamer laeufer seine bahnen zieht. ja, morgens, kurz vor 7. ich selbst begnuege mich mit kaffee, milch und einem loeffel zucker zum wachwerden.

ich muss zugeben, dass es gewiss schon schlimmere tagesanfaenge in meinem leben gab. ich werde an dieser stelle auch keine wertung treffen, denn schlimm oder gut sind nicht die adjektive, die meine gefuehlslage gut umschreiben koennen. neutral und objektiv betrachtet hat man hier tatsaechlich alles, was man zum existieren braucht. doch ebensowenig, wie ich solche aussagen bei der schweinehaltung akzeptiere, ebensowenig kann ich meine eigene, ganz persoenliche emotionale seite ausblenden und mich freuen, dass es objektiv keinen hunger zu leiden und keine koerperliche schwerstarbeit zu verrichten gibt.

auch ist das fuer keine meta- oder sekundaerebene, wie einen manch wissenschaftler hier gern glauben machen moechte. das hat auch nichts mit nettigkeit oder ruepelei zu tun. nein, es handelt sich schlicht und ergreifend um die art und weise wie ich mein leben fuehre und vor allem, wie ich es fuehle. denn ich kann leider nicht trennen, zwischen nahrungszufuhr und emotionaler stabilitaet. denn auch das ein funktioniert nicht ohne das andere. in plastischen worten: gutes essen macht mich emotional stabiler, noch knapper: lecker fresschen macht gluecklich. und so gehoert fuer mich – voellig natuerlich – mein physiologisches ueberleben mit emotionaler stabilitaet zusammen, mit wohlfuehlen und zuhausesein. erleben und gelebtes teilen mit den liebsten und dem, was einen verbindet. jede diskussion, die an dieser symbiose vorbeizielt erscheint mir geradezu platt und stumpfsinnig.

weshalb das kaum einer versteht frage ich mich oft. der in meinem umfeld verhaftete leser wird die frage verstehen und die antwort kennen: es ist der unterschied, der menschen aus uns macht.