auswaertsniederlage oder was habe ich am heutigen abend mit meinem fc gemeinsam?

einfache antwort: wir haben beide verloren. mein fc spielte gut und verlor dennoch ungluecklich in hoppenheim. noch ungluecklicher erscheint dieser fakt unter dem monetaeren gesichtspunkt. ob in sap-dorf ein sack geld fehlt oder nicht ist egal, denn onkel dietmar gleicht das schon aus. doch bei uns fehlt das geld bereits im winter um vertraege zu verlaengern oder gar mehr qualitaet zu verpflichten. 

die niederlage geschah, waehrend ich in mannheim in der anderen hopp-arena weilte. dort hatten sich mark knopfler und bob dylan zu einem legendaeren abend angekuendigt. und waehrend knopfler die halle (zu recht) auch alleine voll bekommen haette, begann dylan damit, sein denkmal zu zerstoeren und die zuschauer aus der halle zu treiben. und mir selbst trieb es beinahe die traenen in die augen. aber der reihe nach.

knopfler begann. er spielte seine solo-lieder genau wie einige grosse der dire straits. das programm auf 75 minuten gerafft und noch ein bis zwei ganz neue lieder einfliessen lassen („privateering“). die mehrmaligen und vor allem abschliessenden standing ovations waren gerechtfertigt. der gitarren-gott hatte sich seine lorbeeren und unseren applaus verdient. man tauchte mit ihm ein in seine (musikalische) welt.

nach der pause kam knopfler wieder – als gitarrist in bob dylans truppe. und damit rettete er die ersten 20 minuten. denn was sich da vor unseren augen abspielte war – gelinde gesagt – schockierend. natuerlich mir die person dylan und sein lebenswerk bekannt. natuerlich weiss ich seine musik zu schaetzen, seine a-musik und die endlos-rebellion. die persiflage eines musikerlebens eben, die sich u.a. auch in unserem cd-regal wiederfindet. doch hier offenbarte sich keine persiflage, sondern eine parodie seiner selbst. nicht, dass bob jemals eine brillante stimme gehabt haette, doch mittlerweile besitzt er eigentlich nichts mehr, was man stimme nennen koennte. selbst die vertrautesten lieblingslieder waren nicht mehr zu erkennen, geschweige denn ein einziges wort seiner halb geschrieenen vokabeln. die tonlage veraenderte sich nie, die ueberlaut abgemischte stimme eines alten reibeisen-mannes (versaute) begleitete jedes lied. und waehrend zu beginn der liebe mark knopfler noch die lieder mit seiner gitarre rettete, trat er nach 20 minuten aus der band aus, die dann komplett in bob dylans halbgeschrei unterging.

aus respekt blieben wir noch eine weile. immerhin stand dort vorne eine ikone, sein eigenes lebenswerk weiterfuehrend und unseren respekt verdienend. doch der liebe bob vernahm wohl die einschuesse nicht mehr. es war zunehmend traurig anzusehen, wie sich ein alter, klappriger mann ohne stimme an die percussions quaelt und seine eigenen lieder und damit sein lebenswerk parodiert. und das schlimmste war: ich verstand es nicht. ich verstehe es noch nicht. ich verstehe nicht. wieso? natuerlich schliesst sich auch die frage an, weshalb knopfler das ueberhaupt macht? weshalb tut sich knopfler das an? wie eng kann eine freundschaft sein? und waere freundschaft dann nicht auch, seinem freund zu sagen, dass das lebenswerk vollendet ist? dass schlichtweg schluss ist?

egal, wie ich es drehe und wende: fakt war, dass wir mit der ersten welle der zuschauer aus der halle stroemten – noch lange bevor dylan sein ende gefunden hatte. es war schlicht nicht auszuhalten. die band ging unter, die lieder unkenntlich und dylan einfach alt und verbraucht. nach uns kam die flut, die masse an menschen, die aus der halle stroemten und dem altmeister damit ebenso deutlich zeigten, was sie von dieser darbietung hielten.

ich selbst betrachte unser verhalten dennoch nicht als respektlos, im gegenteil. ich lege wert darauf, bob dylan so in erinnerung zu behalten, wie der rebell seine lieder in mir lebendig werden liess und aus diesem grund kann ich nicht zulassen, dass irgendwer – auch nicht er selbst – dieses bild zerstoert. mag sein, dass er sogar genau das gewollt hat. mag sein, dass er auch das als sein lebenswerk bezeichnet. mag sein, dass ich ihn bislang einfach falsch verstanden hatte. nichtsdestotrotz moechte ich meinen respekt vor ihm nicht verlieren und versuche einfach zu verdraengen, welche ruine sich am heutigen abend als bob dylan auszugeben versuchte.

2 Antworten auf „auswaertsniederlage oder was habe ich am heutigen abend mit meinem fc gemeinsam?“

  1. zu deinem ersten Absatz:

    sehr tendenziös und äußerst subjektiv.
    Zugegeben: die ersten 30 Minuten gehörten den Kölnern und Hoffe konnte von Glück reden, daß sie nicht 2:0 zurück lagen. Danach war es aber und vor allem nach der längst überfälligen „Gelben Karte“ für Poldi mit der Kölner Herrlichkeizt vorbei. Zum Schluß hätte es gerne 4 oder 5:1 heißen können. Von unglücklicher Niederlage kann also nicht die Rede sein – höchstens von einer verdienten.

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