schulter, schnee und sportdirektor

guten morgen, welt. hattest du eine ebenso schmerzhafte wie kurze nacht? bedingte ebenfalls die eine sache das andere? nein? macht nichts, ich goenne es dir sowieso nicht. die schulter schmerzt seit einer woche und laesst einen nur noch einseitig liegen. kommende woche folgt die untersuchung, eine reine reizung wuerde ich – ohne medizinischen hintergrund zu haben – zwischenzeitlich beinahe ausschliessen.

zur schlaflosigkeit gesellt sich die sehnsucht nach zu hause. keine angenehme mischung, wenn man mitten im schwarzwald zwsichen dauerregen und frueheis, zwischen 60cm neuschnee und t-shirt-temperaturen bei 5 grad celsius festsitzt. auch hierbei gilt: nein, welt – ich goenne dir das nicht.

ansonsten bietet das leben zur zeit im alltag keine sonderlichen hoehepunkte. die tage vergehen und koennen ohne zu prahlen als schlichtweg „traurig“ bezeichnet werden. die empfindung des wortes „verschwendung“ draengt sich auf.

das einzige, was einen tatsaechlich umtreibt und umtreiben muss ist die organisationslage an der heimatfront. aus der entfernung werden termine gemacht, tische reserviert, angebote eingeholt und weihnachtsgeschenke bestellt. es wird fernmuendlich mit banken, maklern und bautraegern verhandelt und zu allem gesellt sich der tatsaechliche termindruck, die entscheidenden persoenlichen unterschriften nur an den jeweiligen wochenenden leisten zu koennen. situationen wie diese sind nicht beneidenswert, wenn dazu noch fristen gehalten werden muessen, um entsprechende projekte nicht im allerletzten moment kippen zu muessen. aber wie viele termine sind an einem einzigen wochenende moeglich? und dient dieses nicht eigentlich dazu, sich mit frau und (tier-)familie zu erholen oder sogar noch etwas aus dem studium nachzuarbeiten? keine chance, welt. ich sage dir: keine chance. die zweifelsfreie gewissheit, dass am anderen ende der sehnsucht mein pendant sitzt und gleichfalls versucht, den alltag zu bewaeltigen und die taegliche haushaltslast zuzueglich der berufsbelastung nunmehr alleine zu stemmen, ist dabei nur das sahnehaeubchen. weihnachtszeit, ich komme.

a propos kommen: das soll auch ein neuer sportdirektor zum fc. all die gehandelten namen in der presse lassen mich kalt. da werden absagen kolportiert, die noch nicht einmal in der naehe einer anfrage standen. die namen auf der liste von horstmann werden abgearbeitet, dazu sind sondierungsgespraeche und sitzungen, abstimmungen und persoenliche vorstellungen notwendig. es bedarf pro kandidat – das beiderseitige weitergehende interesse vorausgesetzt – wirklich mehr als einer sitzung, um ein arbeitsumfeld zu skizzieren. dazu kommt der voellig alltaegliche termindruck eines jedermann, nicht nur zweier personen (in vor-, haupt- und nachgespraechen), die noch andere dinge im kopf und zu tun haben. weshalb die presse da druck macht? keine ahnung. ich verstehe kein einziges argument zum termindruck. vielmehr muss ich unterstellen, dass eine entscheidung, die innerhalb von zwei wochen zustande kaeme – und das auch nur unter den oben beschrieben parametern und abgesehen von konzeptentwicklung und anpassung - ein voelliger hueftschuss waere. so arbeitet man nicht, liebe presse. personalsuche und -auswahl an entscheidender stelle  ist ein prozess, der nicht von jetzt auf nachher abgeschlossen sein kann. wann versteht das die welt? und wenn man sich heute tatsaechlich beim fc hinsetzt und beginnt professionell zu arbeiten, dann wuerde es mich freuen, wenn unterm weihnachtsbaum ein ergebnis stuende. falls nicht, so ist das eben zu diesem zeitpunkt ein noch nicht abgeschlossener prozess. die gleichen menschen, die heute eine schnelle entscheidung fordern, wuerden ich 6 monaten die heutige schnelle wahl in der luft zerreissen, wenn man merken sollte, dass person und verein unterschiedliche richtungen vorgeben. auch ein langer und gewissenhafter prozess schliesst fehler nicht aus, er hilft aber sie zu minimieren. in diesem sinne: frohes fest und drei punkte gegen die eintracht, fc!