september ohne ruhe

schon einige tage her, dass ich mich zu wort gemeldet hatte, doch kann ich nicht behaupten, besonders viel zeit in ruhe investiert zu haben. zwar hielt sich meine zeit im dienst in grenzen, dafuer war aussenrum jede menge geboten.

anfang des monats hielt uns beide ein grippe-virus in schach – dem hat es so gut bei uns gefallen, dass er uns nun nicht wirklich verlassen will. seit wochen schon zieht er uns nach und bremst uns aus – die freien minuten werden in erschlagenheit gespuert.

der dienst selbst klingt irgendwie aus. ein merkwuerdiges gefuehl umgibt mich auf dem revier, die kollegen verabschieden einen und wuenschen einem von herzen das beste und ein grosser brocken wehmut laesst mir dann schon manches mal den beruehmten kloss im hals stecken. das wiederum fuehrt nur dazu, dass ich – ganz maennlicher natur – die gespraeche an dieser stelle abkuerze und betont laessig ueberspiele. doch meine gegenueber sind kollegen genug und wissen das dann richtig zu nehmen.

meine frau darf nun doch am dienstort bleiben – ein weiterer gewonnener kampf und der beweis, dass man mit weiss gewinnen kann, egal wie uebermaechtig ein gegner sein kann. um ein allerletztes wort zu den herren in bruchsal zu verlieren: es sei die hoffnung genaehrt, dass auch euch der faulige brocken selbsterhaltungstrieb eines tages im halse stecken bleiben mag; mein mitleid wird sich in sehr engen grenzen bewegen.

eben dieses mitleid verspuere ich zur zeit nur mit der armen schar kollegen, die sich taeglich in stuttgart herumtreiben muessen. ich verstehe jeden einzelnen demonstranten, jeden gegner dieses projektes. diese sogenannte regierung redet von kommunikationsproblemen und justiert die propagandamschine neu, reaktiviert die letzten erzkatholischen ortsgruppen um ein wenig stoerfeuer streuen zu lassen. eine ebenso teure wie durchschaubare masche. ich erwarte aber mit freuden die begeisterten vorabenddokumentationen zum bau des bahnprojektes und dem ausruf zum weltwunder, um auch den letzten rtl-hocker von eben diesem zu reissen. liebe cdu – unwaehlbar! tschuess!

tschuess sagte uebrigens auch mein fc in mainz. 0 tore und 0 punkte. mainz scheint nicht gerade unser lieblingsgegner und so gingen wir dem schiff in voller fahrt wohl lieber aus dem weg. versteht mich nicht falsch: mainz war vor der saison einer meiner drei abstiegskandidaten und das bleiben sie eigentlich auch weiterhin. vorhandene 15 punkte machen das zwar schwer, doch sowohl mannschaft, trainer und potential werden masslos ueberschaetzt. das pendelt sich ein, spieltag 25 und tabellenplatz 12 bis 15 ist realistisch.

mein fc dagegen zeigt noch licht und schatten. man ist in der lage zu variieren – system und leistung gleichermassen. ersteres finde ich gut, zum zweiten muss ich nichts weiter sagen. gut finde ich dennoch, dass poldi seine fuehrungsrolle (endlich) annehmen darf und der fruehere platzhirsch nova leistungsgerecht verdraengt wurde. ich hatte das zwar erst fuer spieltag 10 vorhergesagt und glaube auch an die rueckkehr des 2-spitzen-systems sobald ionita bundesligaformat hat, doch kann ich auch damit leben. die ergebnisse werden sich zwangslaeufig einstellen – diese mannschaft ist jung, sehr jung und braucht zeit. soldo ist der richtige mann mit dem richtigen haendchen. lasst ihnen die zeit und erwartet nicht in jedem spiel ein top-3-angebot. das wird schon passen – am ende dieser saison und vor allem am ende der naechsten…