wales 2010 – teil 3

tags darauf wurden bei 22 grad und wolkenlosem himmel einige entschluesse gefasst: dieser tag wird ruhig angegangen;snowdonia ist von unserem standort zu weit entfernt um diesem park gerecht werden zu koennen; wir fahren noch nach st. david´s und in richtung der devil´s bridge.

so schoen der tag begann, er truebte ein – was nicht schlimm war, hatten wir ihn doch sowieso als regenerationstag eingeplant. ein wenig niesel liess uns die vorzuege unserer behausung geniessen. so blieben am ende des tages zwei feststellungen: zum einen gibt es einen menschen in tresaith, der mittels eines handrasentrimmers an einem tag saemtliche gruenflaechen (oeffentlich und privat!) maeht! zum anderen war spanien im halbfinale endstation fuer unsere verkrampft wirkenden jungs. im „ship inn“, unserem beach pub, war das aber kein problem: die walliser fieberten mit uns schieden mit uns aus – der blick durch die palmen auf sonnenuntergang und strand stimmte auch sofort wieder versoehnlich. immerhin war uns platz drei sicher – gegen diese talentfreien urus musste das sein….

der naechste morgen begann betriebsam. ein 120-pfund-einkauf bei tesco musste (wieder einmal) sein. den technisch-evolutionaeren unterschied zwischen sd und sdhc-karten hatten wir nicht mitbekommen, weshalb uns die suche nach einer herkoemmlichen sd-karte in cardigan etwa 1,5 stunden kostete. es geht halt nix ueber gute vorbereitung: man ueberlege sich, was man braucht, lege es sich zurecht und finde es – nach dem urlaub – an genau jenem ort im eigenen zu hause wieder. fuer die – zwischenzeitlich vergangene – party wurde noch vorsorglich „pimm´s“ eingekauft; man weiss ja nie…

die fahrt nach st. david´s war unterhaltsam, aber ewig. bei meinem fahrgast fuehrte die fahrt zu unwohlsein, was an wetter, strassenzustaenden und -verlaeufen und eventuell auch an zwischendurch etwas zuegigerer fahrweise gelegen haben koennte. jedenfalls benoetigen wir 1 stunde 40 minuten fuer 70km – das ist rekord auf der bundesstrasse. st. david´s ist grossbritanniens kleinste stadt und hat diesen titel mit seinen 2000 einwohnern auch nur wegen der kathedrale und dem sitz des bischofs. der dortige bishop´s palace ist wirklich architektonisch schoen und landschaftlich herrlich eingebunden. saemtliche fusswege dort sind allerdings nicht ausgeschildert, so dass wir auf eigene faust losmarschierten. in einer eineinhalbstuendigen stadtumrundung benutzten wir fusswege, die offensichtlich vor einigen tausend jahren einmal angelegt, aber seitdem nie wieder benutzt worden waren. ein wunder, dass wir von der scheibe nicht am rande herunterfielen…

das wetter sollte anderntag wieder etwas schlechter werden: bei 21 grad und gelegentlichem niesel wurde die fahrt in richtung devil´s bridge angetreten. dort waren die bruecken wirklich sehr uninteressant – die wasserfaelle dagegen jeden schritt auf „jacob´s ladder“ wert. wer allerdings leicht beklemmungen ob steiler treppen bekommt, der sollte diese himmelsleiter dann meiden und auf die wasserfaelle verzichten. in deutschland haette der tuev solcherlei anlagen schon vor jahrzehnten geschlossen und damit der bevoelkerung einzigartigkeiten geraubt. natuerlich sollte man als bewegungslegastheniker vorher trainieren – der ein oder andere trat allein beim anblick den rueckweg an. doch unten im tal wurde man belohnt: tropische temperaturen, hohe luftfeuchtigkeit und regenwaldvegetation gepaart mit drei wasserfaellen, die man nur im amazonas-gebiet erwartet haette. ein absolutes erlebnis.

hier wurde auch der entschluss gefasst, das kulturelle zentrum aberystwyth aussen vor zu lassen. stattdessen wurde die fahrt durch die taeler fortgesetzt und kleine doerfchen wie „plwlm“ oder so erkundet. die englischen uebersetzungen fuer die gaelischen konsonantenreihen wurden grossteils einfach weggelassen, da sich bis in diese ecken im normalfall sowieso kein nicht-walliser verirrt. dementsprechend fremd wirkten wir dann auch…

auf dem rueckweg wurde noch in llannon und aberaeron gehalten. llannon, ein suesses kleines kuestendoerfchen ohne direkten zugang zum meer und aberaeron als in einem guss gefertigte stadt aus dem jahre 1805 – die ganze stadt wurde in einem jahr geplant und gebaut – und wirkt auch genauso: nett, aber langweilig. merkwuerdigerweise trafen hier die meisten touristen zusammen.

an diesem tag wurde uns einiges klar: wales ist mittelerde! der legende nach ist merlin in wales geboren, ein hinweis auf gandalf! etwas suedlich von aberystwyth gibt es das tal von moriah, waehrend man bei tolkin von den minen von moriah spricht. die in wales gebraeuchlichen namen und benennungen aehneln in der sprache sehr denen in tolkins mittelerde und der schwerwiegendste und ueberzeugendste punkt: die sprache ist die gleiche! hoert man den wallisern zu klingen sie wie die elben – die schriftsprache ist schon die gleiche! elbisch schreibt sich und klingt wie wallisisch. fuer manch einen moegen diese vergleiche sinnentleert klingen – fuer uns war der wales-trip der beweis, dass man mit den drehorten in neuseeland lediglich ablenken wollte, damit das wahre auenland erhalten bleibt und nicht von touristen zerstoert wird…

bilder gibt es hier – werden nach und nach hinzugefuegt…