wm 2010 – mein fazit

zumeist misslingt mir ein versuch, mich kurz zu fassen – doch werde ich ihn auch diesmal unternehmen. die wm 2010 in suedafrika hat meine erwartungen erfuellt. im durchschnitt zumindest. manche wurden unter-, manche uebererfuellt. doch im schnitt passt das. en detail…

…bedeutet das, dass suedafrika das bisher schlechteste gastgeberland war. die stadien war nicht gefuellt (da die tickets fuer die bettelarme bevoelkerung zu teuer waren), die vuvuzelas waren nervig, die touristen waren gefaehrdet und letzten endes bleibt das land derart verarmt und die stadien dauerhaft ineffizient, dass der achso herbeigesehnte effekt voellig wirkungslos verpuffen wird. mir ist klar, dass deutschland 2006 nicht stattgefunden haette ohne die zusage an suedafrika 2010 – doch sollte dies uns allen endlich eine lehre sein: keine wm mehr in ein (fussballerisches) zweite- oder dritte-welt-land!

die leistung der schiedsrichter war unter aller kanone! ich moechte hier gar nicht mehr die einzelheiten der (nicht) gegebenen tore und / oder gelben und roten karten aufzaehlen. das wuerde auch den rahmen meiner schreibkuenste sprengen. doch gilt hier auch der gleiche grundsatz wie beim gastgeberland: keine schiedsrichter mehr aus (fussballerischen) zweite- oder dritte-welt-laendern!

das niveau war auch eher unterdurchschnittlich. mindestens zwei drittel aller spiele waren schlecht bis sehr schlecht. ohne arrogant klingen zu wollen war die deutsche mannschaft sicherlich die einzige mannschaft, die das niveau weit nahc oben drueckte. mit einigen lichtblicken waren dies auch argentinien und spanien. die leistungen der uebrigen teams waren teilweise keines kommentars wuerdig, geschweige denn des eigenen anspruchs.

zu den platzierungen: deutschland als dritter ist sicherlich under-achieved, wenn man sich das gesamten turnier betrachtet. spanien ist weltmeister, obwohl sie nur eine einzige konzentrierte leistung im gesamten turnier brachten, und das auch noch im halbfinale gegen ein deutschland, das an diesem tag irgendwie muede und matt wirkte. im finale spielte spanien gegen ein team, das dort nie haette landen duerfen, denn die hollaender hatten nicht nur mit abstand die guenstigste auslosung, sondern auch noch das mit abstand meiste glueck aller teams ohne auch nur einmal ueberzeugend gespielt zu haben. spanien ist weltmeister mit einer mannschaft, deren letzter titel das sein duerfte – es erinnert zu sehr an das frankreich vor 10 jahren. dem deutschen team gehoert die zukunft – so jung war noch kein (deutsches) team mit dieser reife. die hollaender werden wieder in der versenkung verschwinden – einzig positive ueberraschung des turniers und leistungsgerechte vierte wurden uruguay, die sich mit herz und verstand ins halbfinale spielten um dort gegen holland und den schiedsrichter auszuscheiden. sie spielten stets am rande ihrer moeglichkeiten und verloren platz drei gegen ein halbes deutsches reserve-team, das einfach in der lage war, immer noch einen kleinen gang zuzulegen, ohne sich voellig gegen uruguay verausgaben zu muessen.

die grossen verlierer sind italien, frankreich, brasilien und england. zu den italienern werde ich nicht mehr viel schreiben – deren titel 2006 war bereits erschummelt, doch wurde diesmal von seiten der schiedsrichter nicht mehr ganz so viel auf schauspielerei gegeben. das weit ueberalterte team wurde zu recht frueh nach hause geschickt.

frankreich beerbte das deutsche problem 2000. ein trainer ohne profil und rueckendeckung, eine zerstrittene mannschaft und umstaende, in denen leistung zu erbringen ein unmoegliches vorhaben erscheint. so war es, so blieb es. frankreich wird sich erholen und in zwei bis vier jahren wieder ernstzunehmen sein.

brasilien spielte unbrasilianisch und begruendete dies mit effizienz. diese ging verloren, als der zufall eintrat. eine maessige 1-0-fuehrung gegen holland wurde durch zwei unglueckliche gegentore zu einer (unverdienten) niederlage, fuer die hollaender wurde dies speerspitze des (ueberzogenen) selbstbewusstseins, das auf glueck gegruendet war. brasiliens taktischer zwang, den dunga auferlegte, nahm den spielern die freude am ausbau einer fuehrung und somit auch die moeglichkeit ein zufallstor verkraften zu koennen. herr dunga – das war zu viel europa fuer suedamerika.

england…jaja, england. kein team wird stets so gross geredet von der eigenen presse wie das englische und kein team stuerzt regelmaessig so tief. das englische team besteht aus passablen einzelspielern, die von sich selbst glauben, zu den besten der welt zu gehoeren, nur weil sie in der besten liga der welt spielen. das problem ist: waeren sie die besten der welt, dann wuerden sie im ausland spielen, bei ebenfalls sehr guten vereinen. in diesem nimbus gefangen treten die englischen diven mitnichten in den dienst der mannschaft, sondern finden sich wieder in einem taktischen korsett mit mitspielern, die sie entweder nicht kennen oder nicht moegen. von der umsetzung des systems ganz zu schweigen. dementsprechend wird meine these gestuetzt: die englischen spieler gehoren zu 90% eben nicht zu den besten der welt, verhalten sich eher unprofessionell und erkennen – dank ihrer ueberbezahlung und ueberbewertung – den unterschied zwischen profis und amateuren eben nicht mehr. statt mit ehrfurcht und demut zu arbeiten ueberstrahlt die eigene grossartigkeit das geringe koennen bei weitem – und diesem schein ist eben mit 1-4 gegen deutschland ein ende gesetzt worden.

2012 kommt die em – und deutschland wird dabei sein. hoffentlich entwickelt sich unser junges team weiter und hoffentlich versteht herr ballack, dass wir ohne einen 33 jahre alten herrn, der sich ab naechster saison wieder mit chemie auf den beinen haelt, besser dran sind…