weihnachten 2009

alles war anders in diesem jahr. zum ersten mal seit ich zurueckdenken kann, bin ich am ersten weihnachtsfeiertag nicht erst spaet aufgewacht. zum einen lag es daran, dass ich an heiligabend nicht arbeiten musste, zum andern daran, dass ich stattdessen nicht die korken knallen liess und jesus´ geburtstag feiern ging. alles war anders.

auch die nacht vor heiligabend. umkam mich sowieso noch nicht so recht die waermende stimmung des bevorstehenden festes, so gefror mir eher das blut in den adern – dank dieser nacht. es war die nacht vor heiligabend, als sich drei dummkoepfe aufmachten eine tankstelle zu ueberfallen. wegen 260,- euronen das leben riskiert…

…und verloren. wir besprechen das oft im kollegenkreis. wir verstehen nicht, wie man wegen ein paar hundert eurodollar sein leben riskieren kann…wahrscheinlich empfanden es personen aus diesen kreisen bisher nicht als risiko. zum einen kam die polizei zu spaet, zum andern baute man wohl darauf, dass nicht geschossen wuerde. auf sand gebaut…

es stellen sich zwei fragen und um gleich vorweg zu schicken: nein, die frage, ob ich auch geschossen haette, stellt sich nicht. natuerlich haette ich auch geschossen. das gegenueber beging ein verbrechen, es hat eine waffe (gas oder nicht: egal!), es richtet sie auf mich – ich bezweifle, dass ich einen  schuss abgewartet haette – und waere im recht gewesen. ethisch, moralisch und juristisch. basta. doch die zwei fragen bleiben: wieso riskiert irgendjemand wegen eines laecherlichen betrages ueberhaupt die gesundheit eines menschen, geschweige denn sein eigenes leben? ist das nicht ueberhaupt das kostbarste gut? und zweitens: wie wird man im nachhinein – gerechtfertigt oder nicht – damit fertig, ein menschenleben ausgeloescht zu haben? ich weiss es nicht…

was ich weiss ist folgendes: es war ein anderes weihnachten. ein weihnachten, das mir nochmals und tiefer denn je gezeigt hat, was tatsaechlich im leben zaehlt. und wie gluecklich ich tatsaechlich bin und sein darf. irgendwie war es mein weihnachten, mein erstes weihnachten, das (s)einen zweck erfuellte.

und heute? tagesordnung. arbeit, termine, planung, organisation. naja.

allen, die noch einige freie tage geniessen duerfen wuensche ich erholung und schoenes wetter – geniesst die freie zeit und euren urlaub. euch allen aber wuensche ich einen guten rutsch ins neue jahr 2010 – lasst es zu eurem jahr werden. passt auf euch auf – achtet auf euer leben, eure lieben, euren weg. seid euch eures weges gewiss und geht ihn weiter. folgt nicht mir – es ist euer leben, dies ist meines!