(fast) alltag

ich bin wieder raus aus dem urlaub. das beduetet vor allem, dass die bundesliga begonnen hat, der fc erwartungsgemaess schlecht gestartet ist und meine schichtumlaeufe wieder begonnen haben.

gemeinhin ist einem in meinem beruf nicht viel fremd. irgendwann glaubt man, alles gesehen und erlebt zu haben und jedes menschliche und tierische leid schon eimal durchlaufen zu sein. doch muss ich gestehen, dass in der vergangenen dienstrunde wohl wieder die hitze auf die hirne schlug, so dass man aus dem kopfschuetteln und lachen nicht wirklich rauskam.

man stelle sich folgende szene vor: der nachtdienst neigt sich dem ende entgegen, es ist 5 uhr morgens. man ist gerade wieder aufs revier gekommen um seinen papierkram zu erledigen, als der dringende einsatz kommt, dass „ein einbrecher im objekt gestellt wurde und jetzt vom hund bewacht“ wuerde.

also rein ins auto und hin in die feine-leute-gegend. im 1.og des anwesens bot sich dann zunaechst folgender anblick: ein herr im morgenmantel steht barfuss und verschlafenen blickes im gang waehrend sein neufundlaender namens oskar in der kueche sitzt und einen jungen mann anknurrt, der gerade eine halbe brezel in der einen und einen schluessel zu einem porsche angeblich dem eigenen) in der anderen hand haelt.

die hausherren waren durch das anschlagen des hundes wach geworden, dieser war sofort nach oben gerannt und hatte den einbrecher in der kueche gestellt. was sich fuer mich dazugesellte war beim anblick des jungen brezelmannes noch ein sehr starker und penetranter alkholgeruch. noch waehrend der festnahme machte der junge herr mit schwarzwaelder dialekt klar, dass wir doch bitte die polizei rufen sollten um hier verwechslungen zu vermeiden. widerstand leistete er keinen. bitte? wen? und wer verhaftet dich gerade? oh, eben wirds ihm klar…nein, er meint, dass das ganze hier ein irrtum sei und beginnt nun zu erzaehlen.

ich werde hier kurz zusammenfassen, was sich tatsaechlich zutrug:

der junge herr kam tatsaechlich – wie unschwer zu hoeren war – nicht aus unserem gaeu. er war hier bei einem bekannten zu besuch, der ihn eingeladen hatte, heute abend mit auf eine party zu kommen. besonders gut kannte er ihn nicht; sie waren sich beim bewerbungsgespraech naehergekommen, denn der junge herr mit brezel und porsche unterhaelt eine eigene firma und hatte bis dato ueberlegt, den besagten einlader einzustellen.

der junge brezelmann hatte die einladung also angenommen und war mit dem einlader auf tour in heidelberg gegangen. haette der brezelmann den einlader gekannt, wie wir ihn kennen, waere dies unter umstaenden nicht geschehen, aber dazu spaeter mehr. nachdem die beiden im laden xy die letzten gaeste gewesen waren, hatte der brezelmann gefragt, ob der einlader denn – wie versprochen – ein zimmer fuer ihn reserviert habe. dies wurde bejaht, ein taxi genommen und der brezelmann wurde von seinem einlader in der vorne beschriebenen feine-leute-gegend abgesetzt vor besagtem anwesen. das ganze versehen mit dem zusatz, dass er reingehen solle, die „zimmer oben seien reserviert“. gesagt, getan.

der unglaubliche zufall wollte es, dass das elektrische gartentor in dieser nacht offenstand und die haustuer dieses anwesens an just diesem tage einen elektronischen defekt erlitten hatte, weshalb diese nicht mehr richtig verschlossen werden konnte; ein leichter druck genuegte zum oeffnen. der junge brezelmann gelangte also ohne weiteres aufs anwesen, ins haus und ueber die treppe ins 1. og, immer noch der meinung, dass hier ein zimmer reserviert sei. an dieser stelle sollte ich hinzufuegen, dass der junge brezelmann etwa 1,9 pomille hatte – das thema gutglaeubigkeit oder die plausibiliaetsfrage muessen hier also aussen vor bleiben.

oben angekommen ueberkam den brezelmann dann der hunger, er ging in die kueche, nahm sich eine brezel und eine scheibe kaese aus dem kuehlschrank…..und beging somit einen diebstahl…..bis oskar kam….

und was lernen wir jetzt daraus? mir egal. hauptsache, der brezelmann vergibt die stelle an jemand anderen, denn mit dem bekannten wird er bestimmt nicht gluecklich…