wie lange kann ein november dauern?

genau genommen gehts mir gut. abgesehen von den knochen, die heilen sollten, sitz ich zuhause und bin beinahe rundum zufrieden mit mir und der welt. es geht zwar nicht alles seinen gewohnten gang, doch geht es zumindest voran. eigentlich untertrieben; es geht ganz gut voran.

nur die menschen um mich herum beim einkaufen oder auf der strasse scheinen das ein wenig anders zu sehen. sie sehen nunmal das gleiche wie ich – jeden tag seit monaten das gleiche bild da draussen. die temperaturen schwanken zwar zwischen minus und plus 10 grad, doch das, was einen anblickt ist gleich: grau! tristesse! novemberwetter! seit monaten! meine laune ist immer noch nicht getruebt, aber der drang nach sonne, waerme und energie wird unueberhoerbar lauter in mir. ehrlich – ich kann es (auch) nicht mehr sehen.

was tun? die loesung mit der sonnenbank ist nichts fuer mich. kein gefuehl wohliger behaglichkeit will sich einstellen, das placebo wirkt nicht. auf grund meines eher nordischen hauttypus´ ergreift mich dann eher eine leichte, aber spuerbare reizung, egal wie kurz ich liegenbleibe oder wie tief ich das ding auch einstelle. also warte ich lieber auf das original.

a propos warten. mein naechstes warten hat ein ende. naechste woche soll – endlich (!!) – meine neue couch geliefert werden, oder wie ich sie gern nenne: meine neue, grosse, liege- und spielwiese. nicht, dass extreme-couching mein neues hobby waere, aber so ab und an wuerde ich gerne eine variationsmoeglichkeit mehr haben als schreibtischstuhl oder bett; am esstisch ohne zu essen is auf dauer auch extrem unbefriedigend.

was solls. ab uebernaechster woche solls bergauf gehen mit den temperaturen und bergab mit der wolkendichte. soll. ja, denn ich betone dieses wort, denn ich erinnere mich nicht an eine derartig endlose periode meiner 32 lebensjahre mit geschlossener wolkendecke.

beschwere ich mich gerade? merkwuerdig irgendwie, geb ich zu. denn es ist nicht meine art, mich uebers wetter zu unterhalten, oder gar noch zu beschweren. im gegenteil: ich lehne grundsaetzlich konversationen dieser art als zeitverschwendungen ab, auch wenn noch so sehr ein thema in der stille gesucht wird, so nehme ich lieber die peinlichkeit der geraeuschlosigkeit auf mich und betrachte die reaktion des gegenuebers. in diesen momenten zeigt sich ein teil des menschen habe ich gelernt.

aber hier darf ich das, glaube ich…es hoert ja sowieso niemand zu. und peinlich beruehrt waere auch niemand, wenn ich mal einen tag nichts schreibe…weiss ich. aber ein samstagmorgen, unausgeschlafen – weil der schlaf mich nicht kontinuierlich festhielt – und ohne meckern ueber das, was mich da draussen zuerst anblickte erscheint mir genauso unehrlich wie das zweisame gequake uebers wetter. also denunziere ich noch ein bisschen herrn petrus oder wie auch immer man den verantwortlichen fuer diesen zustand nennen mag; was ein idiot…

nun bin ich aber grundsaetzlich ein mensch, der sich in den seltensten faellen unterkriegen laesst, erst recht nicht von etwas fuer das grundsaetzliche lebenswerk belanglosem wie dem wetter. was kanns mir anhaben? nichts. ich gehe weiter, so oder so. alles hat einen sinn, nur nicht stehenbleiben. geht euern weg sollte meine botschaft heute morgen lauten, unabhaengig von den winzigen widrigkeiten des alltags wie wetter, finanzprognose oder zinseszins. angebote im supermarkt, benzinpreise und kampfhundeverordnung, waffengesetze und politikerschelte sind nur randerscheinungen auf dem weg zum leben, zum glueck. und deshalb noch einmal die ausgangsfrage: wie lange kann ein november dauern? egal…