eine fahrt der besonderen art

es war mal wieder so weit gestern abend. freund mancex und ich baten zum pils. der abend lief gut, das pils auch. es kam die nacht und der nachhauseweg – und seit gestern nacht weiss ich, wie lange 20km sein koennen.

nein, ich habe sie nicht zu fuss absolvieren muessen. und ja, ich bin (mal wieder) taxi gefahren. das kann ich uebrigens wirklich nur jedem empfehlen, der gerne geschichten aus aller welt hoert. natuerlich ist mir bekannt, dass auch sonstige oeffentliche verkehrsmittel gut geeignet sind, um persoenliche probleme besonderer art zu schnorren. aber das kommt immer irgendwie voyeuristisch rueber. ich zahle lieber dafuer, dass mir jemand seine lebensgeschichte erzahelt. ab und an habe ich das gefuehl, diese menschen in den kleinen eierfarbenen autos warten nur auf mich, mein bild haengt in der sammelumkleidekabine und jeder weiss, dass er bei einer laengeren ueberlandfahrt mit mir jemanden transportiert, der ihm (wenn auch nur aus hoeflichkeit) nicht den mund verbietet.

seit gestern nacht also weiss ich alles ueber die gruendung des 4. kalifats in london. mein fahrer war dabei, zusammen mit seiner 74-koepfigen familie, die – genau wie er – aus dem muslimischen teil indiens stammt. nach deutschland kam er uebrigens erst vor etwa 1 jahr – entsprechend klar strukturiert war seine wortwahl. zuvor hatte er in london gelebt. dort hatte er auch einen ganz wundervollen indischen mittelwellsender aufgetan, der ein quell unaeblaessiger freude fuer jeden moslem aus dem hindukusch zu sein scheint. das gedudel jedenfalls hatte ich etwa 30 minuten als hintergrund zu seinem kauderwelsch aus dem autoradio, weitere 40 minuten danach waren diese massiven toene endlich aus dem trommelfell entschwunden. ich sage euch – nichts fuer weicheier so ne fahrt.

aber, und das sage ich voller ueberzeugung: ich schaff euch alle! wenn ihr glaubt, ihr werdet mich so los, dann habt ihr euch geschnitten. ich fahr auch weiterhin taxi und lass mir dann erzaehlen, wie man mal grossmutters zehennnagel mit ner heckenschere operiert hat. mein pils in heidelberg ist mir heilig – daran kann auch der hindukusch nix aendern.

der tag heute dafuer war zum weglaufen, eher von der gebrauchten sorte. lag aber weniger an den nachwehen von gestern, sondern an den ereignissen dieses speziellen tages selbst. zu viel, um alles hier aufzuzaehlen, nur eines darf ich diesem 22.maerz 2009 mal kurz hinterherjagen: ich wuenschte, ich haette dich verschlafen!