leben in der post

ein tag im maerz. aufstehn um halb 12, die nacht war zwar dienstlich nicht ganz so lang, aber sieben stunden schlaf braucht man eben auch mal. das tagesprogramm? -post, buerokratie, leben ausrichten, feinheiten einstellen und….*trommelwirbel* …. weitermachen!

was das tatsaechlich heisst? kaffee, duschen, zwei bananen, ablage ansehn und pc anwerfen, telefon in die hand. darueberhinaus ist das eine wunderbare taetigkeit, die zwar das organisatorische im menschen in anspruch nimmt, allerdings noch so viel platz in puncto kreativitaet laesst, um die gedanken und planungen nicht zum stillstand zu zwingen. im neudeutschen nennen das die menschen gerne multitasking – fuer mich ist das eher der zustand von kindern, denen man ritalin gibt…

nein im ernst: rund ums leben war das in den letzten stunden erfolgreich. selbst zum auto waschen und innen saeubern bin ich gekommen, muelltueten und frisches obst sind jetzt auch wieder im haushalt vorhanden.

in all dem orga-kram bleibt zeit und musse, sich ueber das wesentliche gedanken zu machen – und siehe da: es macht sich keine behaglichkeit, dennoch aber eine gewisse zufriedenheit breit. das geleistete der letzten wochen kann schon beinahe in der retrospective betrachtet werden, es geht voran. der weg ist klar und eindeutig, ich gehe weiter, schritt fuer schritt. die zukunft liegt vor mir, die gegenwart ist der weg, das leben ist immer in der post!

wenn da nur nicht diese eine kleine sache waere, diese kleinigkeit, dieses ungeziefer im salat. man geht seinen weg, man geht voran und laesst andere in ruhe oder gewaehren. dennoch darf man offensichtlich nicht die gleiche behandlung erwarten. ich bin es leid, meinen namen aus muendern von leuten zu hoeren, mit denen ich im leben noch keine drei sinnvollen saetze gewechselt habe und die sich dann fernab ein urteil erlauben. es nervt nicht wirklich, ich bin es nur leid. waere diese form der existenz nicht so traurig, muesste man mitleid empfinden. das stellt sich dar wie bei einem zeckenbiss, bei dem der arzt eben irgendwann sagt: „also gut, jetzt nehmen wir doch das antibiotikum!“

gottfried sei dank bin ich dem alter entwachsen, da mich solche dinge zu spontanen unmutsauesserungen bewegten. da sich aber eben diese sorte mensch – insektengleich – niemals gedanken macht, geschweige denn darueber, wohin diese absurden geistigen erguesse ejakuliert werden, kommt das wie die zecke ans tageslicht. armselige kreaturen, denen ich heute ein- und letztmalig diese zeilen widme, seid euch bitte darueber im klaren: stur laecheln und winken bedeutet nicht blind zu sein fuer die umwelt. man sieht sich immer zweimal, und wenn es dann zum arzt geht, ist das gejammer meistens gross…