spiderman 3

popcorn-kino. das war angesagt im neu eröffneten kino-palast. um die ecke ist der auch noch, der abend sollte leicht und vergnügt dahingehen. so war zumindest der plan. aber, erstens kommt es anders. und zweitens als man drittens denkt! spiderman 3 war gerade in den kinos angelaufen und an einem donnerstag abend bestellt man besser karten vor, wenn man gute haben moechte. der neue palast fuer bewegte bilder war wenig beeindruckend: stahl und glas. nichts, was man nicht ueberall sehen koennte. unglaublich un-faszinierend.
der ansturm auf die kassen war ebensowenig gigantisch wie unser eindruck hiervon. lediglich die preise hatten deftigst zugelegt gegenueber dem vormals beschaulichen aber liebenswerten „kino um die ecke“. etwa das doppelte durfte ich heute berappen. fuer die getraenke ebenso. aber ok, der fortschritt kostet eben auch mein geld – so weit so gut.

die naechsten zwei stunden sind leider schnell erzaehlt und mittlerweile bereits wieder so gut wie aus dem gedaechtnis verbannt: statt spannendem popcorn-kino erwartete uns eine voellig absurde geschichte (allein die bezeichnung geschichte ist hierbei zweifelhaft), die lediglich von immer neuen, noch schnelleren und daemlicheren kaempfereien unterbrochen wurde. bei marvel erwartet man nichts – richtig! erst recht keine story. aber bitte, wenigstens ein bisschen, nur ein klein wenig logischer zusammenhang im geruest um spinnennetze und wunderwaffen?!? nur ein bisschen, nein?

nach 45 minuten waren meine augen kurz vor dem einschlafen, derart angeoedet hing ich im sessel; der zwar neu aber dafuer weniger bequem als der alte war. mein gehirn wehrte sich gegen die stets zu beachtende drohung ueber epileptische anfaelle. verkrampft versuchte es mich mittels leerer drohungen aus dem kinosaal zu bewegen: „geh jetzt, oder ich lass dich hier drin wild rumzappeln!“ ich blieb standhaft. ich hatte 10 tacken eintritt geloehnt – irgendetwas musste hierbei rumkommen, oder?

vergebens wartete ich auf einen silberstreif am horizont. spiderman 1&2 waren filme, die man sich nett ansehen konnte, auch x-men 1&2 fielen in die kategorie des unterhaltsamen popcorn-kinos aus hollywood. nicht mehr, aber auch nicht weniger. merkwuerdigerweise schnappen beide dritten teile nur noch nach luft – wie ein fisch an land suchen sie ihr eigenes lebenselixier, ersticken aber bereits nach wenigen minuten an gehaltsarmut und sinnentleertheit! beide dritten teile ueberhaeufen sich mit action-szenen, die wild aneinandergesetzt und nicht im ansatz unterhaltsam wirken, da man sie nicht einmal in entfernten zusammenhang mit dem rest des streifens bringen kann – nein, auch kein dreijaehriger koennte dies. fuer diese zielgruppe sind diese art filme sowieso gaenzlich ungeeignet.
was nur wieder die frage nach der zielgruppe aufwirft? ein schimpanse wird sich ebensowenig amuesieren koennen, denn bananen gibt es im kino nicht zu kaufen. ein iq von 81 – also knapp ueber dem eines deutschen schaeferhundes – vermisst vielleicht die sex-szene im film – doch der abend waere fuer den herrn mit dem sprichwoertlichen stumpfsinn gerettet.

einmal hoch, und einmal tief. so gut der eine streifen, so erbaermlich der naechste. aber erfolg wird nur noch an einnahmen gemessen… quo vadis, film?